Mittwoch, 16. Februar 2011

Von Zuhause

Zu Hause ist es doch immer noch am schönsten... oder?
Wir kennen die Menschen, die uns auf der Straße entgegenkommen, die Straßen verändern sich nur im Anlitz der Tages- und Jahreszeiten, mit schlafwandlerischer Sicherheit finden wir bei Tag und Nacht zu unserem Lieblingscafé und haben dort natürlich auch unseren Lieblingskaffee.
Doch so schön diese Wohlfühlwelt mit ihren Routinen und ihrer Ordnung auch ist, sehnt sich doch jeder hin und wieder, mancher mehr und mancher weniger nach einem Ausbruch aus dem Alltag und Flucht vor dem zu Hause.
Erfahrungen außerhalb der eigenen Komfortzone geben einem das Gegengewicht zum Alltag und erweitern seinen eigenen Horizont. Selbst durch Reisen innerhalb Deutschlands, trotz allgemeiner Vereinheitlichung zu einer deutschen Kultur, sind Unterschiede innerhalb der Bevölkerung erfahrbar, sei es auch nur durch eine Oberflächlichkeit wie einen Dialekt. Man kann Lernen zu tolerieren und seinen Argwohn abzulegen und sich der Erfahrung zu öffnen. Natürlich erweitert man seinen Horizont im Gegensatz zu Weltenbummlern verhältnismäßig geringer, aber manchmal frage ich mich, warum muss es eine fremde Kultur und die große weite Welt sein, wenn man einen Großteil der Facetten seiner eigenen Kultur und seines eigenen Landes nicht mal kennt.
Bewusst wird einem das aber wahrscheinlich erst, wenn man mal in der Ferne war. Selbst unternimmt man einiges und versucht so viel wie möglich von diesem fremden Land in sich aufzusaugen. Einheimische kennen meist alle Sehenswürdigkeiten ihrer Region, aber sie haben sie selbst noch nicht gesehen. Und geht es uns als Einheimischen Deutschlands nicht meist auch so? Mein Lieblingsbeispiel ist das Schloss Neuschwanstein, vielleicht auf Grund meiner Herkunft nicht die naheliegendste zu besuchende Sehenswürdigkeit, aber dieses Schloss ist weltweit bekannt, das Disney Schloss, für ausländische Touristen meist eines der „Must-See's“ in Deutschland, aber für uns?
Ich will damit nicht an alle appellieren Schloss Neuschwanstein zu besichtigen, es gibt in Deutschland weitaus geschichtsträchtigere und schönere Orte, die es zu sehen gibt, aber so soll es einen Denkanstoss geben, sich mehr mit seinem Vaterland und seiner Heimat auseinander zu setzen und mehr seiner Kultur und Geschichte zu erfahren. Denn zu Hause ist es doch schließlich immernoch am schönsten!

Sonntag, 6. Februar 2011

Von Rückschlägen

Menschen kommen und Menschen gehen...

Nur wenige Menschen bleiben... die Besonderen. Die Ausnahme.

Die meisten allerdings sind nur flüchtige Erscheinungen und Bekanntschaften, die sich in der Rückschau meist nur schwach und unscharf zu Schatten im Gedächtnis formen...

Andere kommen, bleiben, aber werden an der nächsten Haltestelle des eigenen Lebens achtlos liegen gelassen und einfach vergessen. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort „ Aus den Augen, aus dem Sinn“...schließlich ruft das aufregende Neue, die nächste Sprosse auf der Leiter der Selbstverwirklichung. Und Statisten sind schließlich austauschbar...

Aber es gibt auch die Menschen, die einen selbst am Rande des Weges liegen lassen. In den meisten Situationen mag das empfundene Statisten-Dasein auf Gegenseitigkeit beruhen und somit kein Problem darstellen. Aber es gibt auch die anderen Fälle, an denen man ohne Vorahnung und in dem Wissen oder besser in der Hoffnung Inventar des Lebens eines anderen Menschen zu sein, auf dem Weg verloren geht, obwohl man selbst in dem Glauben war, eine der wenigen Ausnahmen gefunden zu haben. Enttäuschung über die Täuschung in der anderen Person und der gemeinsamen Beziehung und innerer Rückzug als weitere Konsequenz sind mögliche Reaktionen. Mit einer Häufung dieser negativen Erfahrungen verschließen wir uns immer mehr gegenüber neuen Menschen und Möglichkeiten. Aber wird Enttäuschung dann nicht zur Geißel unserer zwischenmenschlichen Beziehungen? Sollten wir es soweit kommen lassen, dass wir Vergangenes die Überhand über unser zukünftiges und gegenwärtiges Leben gewinnen lassen? Nein! Jugendlicher Leichtsinn und Naivität sowie pubertäre Unbeschriebenheit sollten neben wachsenden Menschkenntnissen und einer gesunden Skepsis in einem gewissen Maße bewahrt werden, denn tiefgündige, funktionierende zwischenmenschliche Beziehungen basieren auf gegenseitigem Entgegenkommen, Vertrauensvorschusslorbeeren und Hoffnung. Am Ende ist es der innere Kampf der Hoffnung gegen die erlebten Enttäuschungen. 

Gut das erstere zuletzt stirbt...